"Freiheit" aus der Sicht eines Gefängnisseelsorgers
- 29. Oktober 2026 , 14:00 - 15:30
- Fachstelle BKM; Kursraum 2. OG
- Für alle kostenlos.

Stefan Gasser-Kehl erzählt uns aus seinem Alltag als Gefängnisseelsorger.
Es gibt im Kanton Zug zwei Gefängnisse mit total über 160 Plätzen. Dort leben Gefangene im «Freiheitsentzug». Das löst in diesen Menschen ganz Unterschiedliches aus: Trauer, Wut, Reue, Widerstand; aber auch Einverständnis und Dankbarkeit; auf jeden Fall ist die Sehnsucht nach der «Freiheit» draussen sehr gross.
Solches und anderes erfährt der kath. Gefängnisseelsorger bei jedem Einsatz.
Die Gefangenen sind frei, ob sie das Angebot der Seelsorge annehmen wollen. Sie müssen keine Vorbedingungen erfüllen. Der Austausch ist offen. Es gibt keine kirchliche Verzweckung innerhalb dieser «Zwangsgemeinschaft».
Die Aufgabe einer Gefängnisseelsorgenden ist u.a. von der Haltung der Barmherzigkeit geprägt; wie Jesus im Johannes-Evangelium sagt: «Auch ich verurteile dich nicht» (Kapitel 8,32). Diese Haltung muss allerdings vor Manipulation geschützt werden; sonst wird die Seelsorgende «unfrei».
Wesentlicher Ausgangspunkt ist, dass sich Christus aus «freien Stücken» mit Gefangenen identifiziert; so wie es das Matthäus-Evangelium beschreibt: «Ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.» (Kapitel 25,36)
Informationen

Stefan Gasser-Kehl Kath. Gefängnisseelsorger im Kt. Zug. Tätig in der kantonalen Strafanstalt Zug sowie in der JVA Bostadel, Menzingen ZG
14.00 Uhr Referat von ca. 20 Minuten zum Thema «Freiheit» aus der Sicht eines Gefängnisseelsorgers
14.20 Uhr Austausch in Kleingruppen; Formulieren von Fragen
14.30 Uhr Zusammenstellung der Fragen nach Bereichsgruppen durch den Referenten
14.40 Uhr Beantwortung der Fragen mit anschliessendem Austausch in der Runde
(falls erwünscht mit kurzer Pause)
15.30 Uhr Abschluss der Veranstaltung- Sich auf andere Lebensrealitäten einlassen. Das Thema «Freiheit» wird von der anderen Seite beleuchtet: Was für Menschen ein «Freiheitsentzug» bedeuten kann.
- Reflektieren im Kontext einer praktischen kirchlichen Tätigkeit:- Mit welchem Verständnis von «Freiheit» üben wir unsere Aufgabe aus?
- Wie ist die Resonanz von Gefangenen, die sich begleiten lassen?
- Welches sind christliche Merkmale im Kontext des Themas «Freiheit»?
Anmeldeschluss: Sonntag, 18. Oktober 2026