
An ihrer Klausurtagung im Kloster Kappel hat die Ökumenische Fachgruppe Religionsunterricht (ÖFaRU) wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Vertreterinnen und Vertreter der reformierten und katholischen Fachstellen diskutierten die Weiterentwicklung des ökumenischen Religionsunterrichts und die Rolle und Zusammensetzung der ÖFaRU.
Im Rückblick wurde deutlich, dass die ÖFaRU in den vergangenen Jahren zahlreiche gemeinsame Projekte erfolgreich umgesetzt hat. Dazu gehören die ökumenische Planungshilfe, eine gemeinsame Elterninformationsbroschüre sowie der gemeinsame Auftritt gegenüber kantonalen Bildungsbehörden. Gleichzeitig bleibt die Frage nach Zuständigkeiten und Entscheidungskompetenzen eine Herausforderung.
Die Teilnehmenden beschlossen, die ÖFaRU als gemeinsames Gremium der beiden Fachstellen weiterzuführen. Künftig soll sie insbesondere die Entwicklung von Richtlinien, Konzepten und Standards für den ökumenischen Religionsunterricht koordinieren sowie den Austausch mit Bildungsdirektion, Bildungsrat und Rektorenkonferenz pflegen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die aktuelle Situation des Religionsunterrichts im Kanton Zug. Die Diskussion zeigte, dass erfolgreiche ökumenische Modelle vor allem dort entstehen, wo klare Strukturen, gegenseitiges Vertrauen und eine gemeinsame pädagogische Haltung vorhanden sind. Ökumene soll dabei nicht aus organisatorischer Notwendigkeit entstehen, sondern aus einer bewussten Zusammenarbeit der Kirchen.
Für die kommenden Monate plant die ÖFaRU die Erarbeitung verbindlicher Leitlinien für den ökumenischen Religionsunterricht. Themen wie Unterrichtsqualität, Zusammenarbeit der Lehrpersonen, Ressourcen und faire Rahmenbedingungen stehen dabei im Zentrum. Ziel ist es, den Religionsunterricht langfristig zu stärken und seine Bedeutung als Bildungsangebot sichtbar zu machen.