zurück zur Übersicht

Maria von Nazareth

Maria von Nazareth

Maria (auch Mariam, altgriechisch, oder Mirjam, hebräisch) zählt zu den bedeutendsten Figuren der abrahamitischen Religionen. Im Neuen Testament wird sie als Mutter Jesu von Nazareth beschrieben und lebte laut Überlieferung mit ihrem Mann Josef in dem kleinen Dorf Nazareth in Galiläa.

Die christliche Verehrung

Im Christentum genießt Maria eine besondere Stellung als Jungfrau Maria und Mutter Jesu Christi. Die theologische Tradition betont ihre Rolle bei der Menschwerdung Gottes. Verschiedene Konfessionen unterscheiden sich jedoch im Ausmaß ihrer Verehrung – während katholische und orthodoxe Kirchen Maria als Heilige ehren, sehen protestantische Traditionen sie primär als Vorbild des Glaubens.

Maria im Islam


Besonders bemerkenswert ist Marias Bedeutung im Islam. Sie ist die einzige Frau, deren Name im Koran explizit erwähnt wird. Sure 3 beschreibt sie als besonders erwählte Frau, und Sure 19 widmet ihr ein ganzes Kapitel. Im Islam wird Jesus nicht als Gottes Sohn, sondern als einer der großen Propheten angesehen. Dennoch bleibt Maria das Symbol für die Offenheit der Seele und zeigt nach islamischer Auffassung die Barmherzigkeit Gottes.
In beiden Religionen wird von der Verheissung der Geburt und einer Jungfrauengeburt berichtet. Maria als jüdische Frau wird ähnlich beschrieben. Sie ist weder die alleinige Vermittlerin des Heils noch eine bloß demütige Figur. Maria ist der Typ eines glaubenden Menschen – sie versteht und sie erlebt, was sie glaubt.

Historische Einordnung


Außerhalb der neutestamentlichen Quellen ist historisch wenig über Marias Leben überliefert. Die Forschung geht davon aus, dass spätere Quellen vom Neuen Testament abhängig sind. Dies macht sie zu einer Figur, die zwischen historischer Realität und religiöser Tradition steht.

Kulturelle Wirkung


Trotz begrenzter historischer Zeugnisse hat Maria jahrhundertelang Kunst, Literatur und Frömmigkeit geprägt. Ihre Darstellung reicht von byzantinischen Ikonen bis zur Renaissance-Malerei.