
Starke Frauen haben das Christentum von Beginn an geprägt. Schon die Bibel erzählt von mutigen Frauen, die aus ihrem Glauben heraus für Gerechtigkeit, Leben und Hoffnung eintraten. Unter ihnen sind Noomi und Ruth, Ester, Maria, die Mutter von Jesus, oder Maria Magdalena, die für Entschlossenheit, Glaubensstärke und Eigenständigkeit stehen. Sie zeigen, dass Frauen von Anfang an aktive Gestalterinnen des Glaubens waren.
Auch im Mittelalter und in den Jahrhunderten danach setzten Frauen entscheidende Impulse für Kirche und Gesellschaft. Ob in Politik, Theologie, Seelsorge oder im sozialen Engagement: Persönlichkeiten wie Elisabeth von Thüringen, Teresa von Ávila, Katharina von Siena, Hildegard von Bingen oder Klara von Assisi wirkten weit über ihre Zeit hinaus. Ihre Geschichten sind bedeutend – und dennoch bis heute zu wenig bekannt.
Unser Jahresthema «bedeutende Frauen in der Kirchengeschichte» möchte genau hier ansetzen. Sie stellt Frauen aus Bibel und Kirchengeschichte vor, die aus ihrem Glauben heraus mutig handelten, bestehende Grenzen überschritten und Kirche wie Gesellschaft prägten. Die Erinnerungen an diese Frauen sollen befreiend und stärkend wirken: Sie lösten Klischees auf, eröffneten neue Perspektiven und machten Mut für eine zukunftsfähige Kirche. Die Geschichte des Christentums weist eine grosse Vielfalt weiblicher Glaubenszeugnisse auf – sie ist keineswegs nur von Männern erzählt.
Abgesehen vom Anliegen, die Geschichten dieser eindrücklichen Persönlichkeiten zu erzählen, ermöglicht die Themenreihe, einen Zugang zu diesen Vorbildern zu erlangen. Im Verlauf des Jahres werden unterschiedliche Frauen, die das Christentum prägten, vorgestellt. Dabei stehen nicht nur Stärke und Mut im Mittelpunkt, sondern auch Zweifel und Ängste. So wird Glauben lebensnah erfahrbar.
Die Auseinandersetzung mit bedeutenden Frauen in Bibel und Kirchengeschichte öffnet den Blick für eine reichere, vielfältigere Tradition der Kirche. Sie lädt dazu ein, weibliche Glaubensbiografien neu zu entdecken – als Inspiration für heute und als Ermutigung für eine Kirche, die ihre Zukunft aus der ganzen Fülle ihrer Geschichte gestaltet.